Ob Spätherbst oder tiefster Winter -
Mit diesen Geschichten bleibt Sommer in Deinem Kopf.


Cover Was macht dich schön von Felix Wetzel








[Auszug aus dem Buch]









Portraitfoto von Autor Felix Wetzel


Wohin gehst Du

Du willst nur kurz Zigaretten holen. Nur kurz aus dem Haus über die Straße um die Ecke mit dem Italiener darin zur Ziegelwand mit dem Automat daran. Du wanderst in deine Schuhe. Die Klinke gibt sich dir in die Hand. Als die Tür hinter dir ins Schloss fällt, öffnen sich deine Poren. Das Vakuum in deiner Brust füllt sich zischend. Du entdeckst deine Beine, als du die zweite Stufe nimmst. Du steigst nach unten und dahinter. Die Haustür ist schon wie aus Pappe. Mit einer scharfen Rechtskurve schneidest du dir deinen Weg hindurch. Raus auf die Straße. Du verstehst jetzt, warum sie Wege bauen. Damit du in Bewegung bleibst. Du nimmst Fahrt auf und der Wind nickt dir böig zu. Du bekommst Mitleid mit dem alten Stahlbetonbau rechts von dir. Weil du deine Mauern selbst einreißen kannst. Dann biegst du um die Ecke. Du siehst den Horizont. Und fließt hinein. Du nimmst dir die Bewegung zu Herzen. Du erhöhst deine Schlagfrequenz. Nie wieder stehen bleiben.

Du gehst aus dem Raum. Lässt zwei Menschen hinter dir sitzen. Du verlässt ein Gespräch. Ein paar Worte stehen noch im Raum herum. Der Sauerstoff wird zu Blei. Du ziehst einen Fetzen Abendluft hinter dir her. Der dich frisch einholt und deine Schulterblätter durcheinander wirbelt. Du lässt ihnen ihre Herzen im Stich. Eine Fliege schafft mit dir den Luftsprung in den Flur. Du nimmst deine Zigaretten. Das Feuerzeug bleibt liegen. Du lässt einen faden Nachgeschmack hinter ihren Rippen zurück. Deine schweren Schritte schlagen Falten in ihre Gesichter. Kieferknochen knarren wie Holzdielen aus Kiefernholz. Die Temperatur steigt um gefühlte hundertachtzig Grad. Du lässt ein paar Gramm Gesprächsstoff da. Ein ganzes Stück nach dir folgt ein neuer Tag. Sie wissen, du bist soeben vergangen. Eine Motte fliegt zappelnd durchs offene Fenster in Richtung Deckenlampe. Die Welt da draußen hat Dellen. Und du fließt hinein. Du willst höhere Zimmerdecken. Und Südseiten.

Du begibst dich auf die Suche. Eines Morgens brichst du dich auf und beginnst. Du drehst Steine um wie Buchseiten. Du suchst zwischen den Zeilen. Du schaust in jeder Ecke nach dem, was den Kreis schließt. Du bist ganze müde Nächte auf den Beinen.. Jeder Sonnenstrahl, der dir durch dein Fenster in den Schoß fällt, scheint die Richtung zu zeigen. Die mit den Pfeilen in den Augen werden deine verschlissenen Wegbegleiter. Tagelang folgst du den weißen Linien auf den Straßen deiner Stadt. Du schilderst dir die Richtung. Du fragst dir Löcher in den Bauch nach dem Weg. Du tauschst deine Zimmer gegen andere Stadtteile. Du wechselst deine Tapeten jeden zweiten Tag. Du lernst das Wort Neuanfang in zwölf Sprachen.. Du drehst die Welt zwischen zwei Fingern. Du bleibst nicht länger als ein paar Wochen. Für einen waagen Hinweis bringst du alles aus dem Gleichgewicht. Du hinterlässt leere Blicke. Und fließt in nutzlos gewordene Augenhöhlen hinein. Du willst Antworten. Und fragst immer nur wie weit noch.

Du bist zu weit gegangen. Die Straßenzüge haben plötzlich weniger Abteile. Die Dächer der Häuser schärfere Kanten. Die Fenster darin holen die Dämmerung ein Stück weit schneller vom Himmel als dir lieb ist. Du bleibst stehen und trinkst einen Schluck Milchglas. Der Durst will nicht still sein.. Irgendwo hinter deinem Rücken muss es einen grünen Abzweig geben. Auf den du nicht gekommen bist. Du kannst die Schrift auf den Straßenschildern nicht lesen. Und auch nicht was man dir im Laden gegenüber für dumm verkaufen will. Du suchst in deinen Taschen dich zu erinnern. Du findest einen Fetzen von einem Zettel mit Einschusslöchern. Du wirkst betroffen. An einer ampellosen Kreuzung drehst du deinen Hals in jede Himmelsrichtung. Und suchst nach schwarzen Löchern, in die du hineinfließen kannst. Doch kein Mensch winkt dich in seine Bauchhöhle. Keine Tür stellt sich für dich offen. Nirgends ein paar Sekunden fremder Lebenszeit übrig. Deshalb gehst du in dich. Du ließt deine Gedanken. Weißt was du willst. Und kommst darauf zurück.

Du gehst für ein paar Monate über die Grenze. Weil hier daheim jede Fassade deine Sprache spricht. Und jeder Baum. Und sogar die Ausländer. Und du trotzdem nicht verstehst. Du willst auf dem Strich gehen. Der zwei Stück Land trennt. Gratwandernd grenzgehen willst du. Den Menschen an Händen und Füßen ablesen. Worauf sie hinaus wollen. Auch wenn du weißt, dass das überall auf das Selbe hinaus läuft. Du willst in fremder Luft gehen. Unter Pinien in deine geballten Fäuste Trübsaal blasen. Am Strand verlassen und verlassen werden. Das hat Stil. Und macht was her in der Heimat. Da wo sie das Grau anrühren jeden Tag. Und sich in die Haare schmieren. Du willst auf einem großen Platz stehen und nichts ahnen. Die Welt für wahr nehmen. Du willst endlich eine Entschuldigung haben. Wenn du einen vor den Kraushaarkopf stößt. Ich weiß ja nicht, wie das bei euch läuft, willst du einmal sagen. Und dann wieder heimfahren. Und in die offenen Münder der Daheimgebliebenen fließen. Und ihnen mit deinem klaren Blut die Adern füllen. Damit sie niemals von dir fort gehen müssen.

Du erreichst dein Ziel. Und setzt dich zur Ruhe. Oder lässt dich nieder. Oder pflanzt einen Haselnussbaum. Oder baust ein Haus neben vielen anderen, die angekommen sind und ein Haus gebaut haben. Und zäunst deine Freiheit maschendrahtig ein. Oder schreibst ein Buch und wirst reich damit, dass anderen deine Erfahrung reicht. Wer die Beine hochlegt, dem schwillt in der Brust der Schlagmuskel. Und der lässt dich zucken, in jeder Minute mindestens einmal zu oft. Und dann fängt es an zu kribbeln und dagegen hilft nur kratzende Bewegung. Du machst es dir unbequem. Du genügst dir nicht mehr. Und das, was du hast, scheint wieder nur ein Stück weit näher dran an dem. Was du eigentlich willst. Und solang du nicht weißt was es ist. Läufst du geradewegs darauf zu. Und irgendwann. Wirst du mindestens einmal jeden Weg hinunter geflossen sein. Und man wird hinter deinem Rücken. Von vorn damit beginnen. Aus dem Leeren zu schöpfen.

Du gehst einen Weg. Ich geh einen Weg. Wegen der Unmöglichkeit der Andersartigkeit. Und weil man ja sonst nicht wüsste. Wohin.









Alltagsbegebenheiten
mit einfachen Worten
wunderbar umschrieben...


Originalcover Was macht dich schön

"Was macht dich schön" von Felix Wetzel

Dieses Debüt wird Wellen in der Veröffentlichungsflut neuer Bücher
schlagen! Mit wortakrobatischer Leichtigkeit hangelt Felix Wetzel
sich durch alltägliche Begebenheiten, die sich durch seine
BeSchreibung zu geschliffenen Erinnerungen verwandeln.

Seine Prosa handelt u.a. vom Heuschreckenmensch, Schwachstellen,
von Toleranz
gegenüber Anderen und Vorurteilen gegenüber sich selbst
in der Berliner U-Bahn,
Rückbesinnungen inmitten der Leipziger
Plattenbauten einer
Kindheit oder auch vom Sommer mit der Schönen.

Oder magst Du eine Italienreise?
Kannste haben.

Wetzels Texte handeln immer auch von Liebe. Aber so hast Du

darüber noch nie gelesen. Glaubst Du nicht? Lies selbst!





... nachfolgend noch ein paar
feine Leseproben ...



 




[Auszug aus dem Buch]


Unseren Bestseller aus Leidenschaft.




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[Auszug aus dem Buch]





Der Autor über sich... 

Portraitfoto von Autor Felix Wetzel


Felix Wetzel, geb. 1982, lebt in Berlin




Du kannst
nicht genug bekommen?

Originalcover Was macht dich schön

ISBN 978-3935259-17-0
erschienen im worthandel : verlag
14,90 Euro

Hier gibt's das ganze Buch
mit 35 Geschichten auf 112 Seiten, 2., verbesserte Auflage 2010


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"Was macht dich schön" von Felix Wetzel


...ausserdem von Felix Wetzel lieferbar "Schöner Irrsinn - Die Ahnung von der Unvollkommenheit" - hier alle Details zum 2. Buch


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